Ich bin dann mal joggen …. Sozialer Druck.

Vorhin.

Was gibt es schöneres als an einem Sommerabend unsere Feldwege entlang zu joggen.

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© Siegfried Baier / PIXELIO‘

Dazu Musik. Aus meinem Handy.
Nur doof, dass meine Kopfhörer vor ein paar Tagen kaputt gegangen sind.
Somit bleibt mir nichts anderes übrig als auf Lautsprecher zu hören.

Ich jogge und jogge und jogge.
Ganz im Rhythmus meiner Musik.
Es ist Metal.
Happy-tri-tra-trallala-Metal. Musik, über die sich so mancher Freund schon lustig gemacht hat.
Aber das ist ok.

In der Ferne sehe ich eine Gruppe Jugendlicher.
Ich komme ihr immer näher.
Es sind Jugendliche, die bei uns im Dorf an der Bushaltestelle auch gern mal Musik hören.
Über die Lautsprecher ihrer Handys.
Hip Hop Musik.
Ganz laut.

„Was sie wohl von Metal halten?“

Ich komme der Gruppe immer näher,
und näher,
und näher.

In mir entsteht eine Art Druck.

Dieser Druck verleitet mich dazu,
mein Handy zu entsperren,
und meine Musik zu pausieren.

Ich laufe dann an den Jugendlichen vorbei, grüße ganz brav und drücke ein paar Meter später(, es sind genug Meter, damit der Schall sie nicht erreicht,) wieder auf Play.

„Man bist du schwach“, denke ich mir kurz darauf.

Warum?
Warum stehst du nicht zu deiner Musik?
Warum? Warum?

Das lasse ich nicht auf mir sitzen.

Ich jogge noch eine zweite Runde.

Ich weiß, dass ich wieder an ihnen vorbei laufen werde.
Eine Chance meine Schwäche wieder gut zu machen.

(Wie bei einer Frau, die man erst nicht anspricht, aus Angst. Doch dann, wenn das Universum einem die zweite Chance serviert, zuschlägt.)

….

Wieder komme ich den Jugendlichen näher,
und näher,
und näher.

In mir entsteht eine Art Druck.

Doch dieser Druck verleitet mich nicht dazu,
mein Handy zu entsperren,
und meine Musik zu pausieren.

Nein.

Dieser Druck führt meinen rechten Zeigefinger gen Volumeregler.

Und mein Finger presst auf das +,
presst auf das +,
und presst auf das +,
bis der Lautstärkeregler seinen Anschlag erreicht.

Ich laufe an ihnen vorbei.
Und blicke jedem Einzelnen ganz tief in die Augen.

Manch einer nennt es Überkompensation.

Ich denke, ich bin ein Gigant.

-liefner

(PS: Geht joggen!)

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2 Gedanken zu “Ich bin dann mal joggen …. Sozialer Druck.

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