Ein Montagmorgen.

Ein Montagmorgen vor etwa 1 1/2 Jahren.

Ich habe diesen Text bislang nicht veröffentlicht.
Umso interessanter und spannender war es vorhin für mich, als ich beim Durchstöbern meiner Festplatte auf diesen, fast schon antik anmaßenden, Text gestoßen bin.

Wohne in einer Kleinstadt, muss in eine Großstadt,
nehme die Bahn.

Ich sehe sie schon im Warteraum des Bahnhofs.
IOIs oder so gibt sie mir keine.
Schaut mich nichtmal an.
Wahrscheinlich hat sie mich noch nicht einmal wahrgenommen.
Kein Wunder.
Ich vermute sie ist im Kopf,
so wirkt sie zumindest.
Wahrscheinlich denkt sie über ihre Probleme nach
oder an irgendetwas was sie glücklich macht.
Ein Typ oder so.

Sie sieht gut aus.
Ich habe den Drang aufzustehen und sie anzusprechen,
aber was soll ich sagen?
Ganz direkt, dass sie mir gefällt?
Wäre eine Möglichkeit, aber man … die ganzen Leute drumrum …
Wir sind nicht die einzigen, die hier auf die Bahn warten.

Ich entscheide mich es nicht zu tun,
verlasse den Warteraum
und stelle mich raus in die Sonne.
Ich bin ein wenig sauer.
Ich HÄTTE sie durchaus ansprechen können.

Nun pokere ich darauf,
dass sie in die gleiche Richtung fährt wie ich
und sich in meine Nähe stellt.
Aber leider passiert das nicht….
nein, sie fährt zwar in meine Richtung,
stellt sich aber zwischen tausende von Menschen.

Ich lasse es sein.
Irgendwie fehlt mir der Mut.
Vielleicht liegt es daran, dass ich die 5 Tage zuvor nur zu Hause rumsaß und für eine Klausur gelernt habe?

Der Zug kommt.
Nun könnte ich mich ja im Zug zu ihr setzen …
Aber irgendwie ist meine Angst zu groß.
Mein Körper will dieses Gefühl der Demütigung nicht,
falls es scheiße läuft.
Ich bin fixiert auf die Situation.
Mein innerer Drang es zu tun ist groß,
doch mein Kopf und meine Angst besiegen mich.

Ich tue es nicht.
Ich hoffe darauf, dass sie in der gleichen Stadt aussteigt wie ich,
sodass ich Chance Nr.4 kriege.

Aber ich sehe sie nie wieder.

Ich verzeihe es mir.


© Gerd Altmann/ pixelio.de

Als ich aus dem Zug aussteige sehe ich ein großes blondes Mädchen.
Nun gut, ich habe sie schon einige Minuten zuvor gesehen.
Saß eine Reihe vor mir im Zug.
Ich platziere mich so, dass ich beim Aussteigen in etwa neben ihr bin.
Ein paar Sekunden vergehen und ich spreche sie an mit „hey .. hab dich grad im Zug gesehen etc“.

YEAH MAN!
Mein Mund hat sich geöffnet.
Es ist geschehen.
Schon amüsant irgendwie, wie schwer es manchmal ist einfach „was zu sagen“.

Irgendwie ist sie nicht mein Typ und ich belasse es dabei.

Draußen,
dann wartend auf die Straßenbahn,
sehe ich wieder eine Frau,
die mich optisch irgendwie anspricht.
Sie fällt mir auf, weil sie so übertrieben sommerlich gekleidet ist.
Das hat was.

Schon wieder tausende Menschen um uns herum und sie gute 15m von mir entfernt.

Doch diesmal fühle ich mich anders.
Ich bin nicht mehr gefangen in meinem Kopf und seinen Gedankenkonstruktionen.

Ich bin wieder auf meinem „Weg“.
Es ist mir egal was die andern von mir denken werden.
Meinetwegen soll sie mich vernichtend demütigen.
Es ist ok.

Ich möchte die Wahrheit herausfinden.
Die Wahrheit der Situation.

Ich gehe auf sie zu und sage was.
Es ist etwas direktes.
Sie freut sich.
Aber irgendwie hat sie kein Interesse.

Ich gehe und steige in die Straßenbahn.

Schade. Denke ich mir.
Aber was zählt ist, dass du es getan hast.
Du hast dich scheiße gefühlt, doch du bist deinem Weg gefolgt.

Vielleicht hättest du einen NC herausgeholt.
Vielleicht hättest du sie gedatet.

Vielleicht wäre sie die Frau deines Lebens geworden.

– liefner

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