Oneitis als Wachstumschance

Immer wieder wird in der Pick Up Community gesagt und behauptet eine Oneitis sei ach so schlimm. und böse und schreeecklich.
Ich sage:
nein!
Nein.
Nein.
Nein.

Ich drehe den Spieß und behaupte eine Oneitis ist das beste was einem überhaupt passieren kann!

Ein Beispiel:
Vor etwa 2 Jahren hatte ich mich in eine Frau verliebt,
sie war halt genau mein Typ.
Bis zum dritten Date lief alles super.
Den Zustand bis zum dritten Date würde ich als „gesunde Verliebtheit“ bezeichnen.

Und verliebt sein ist das vielleicht schönste Gefühl was es gibt.

Dann aber, als sie sich ein wenig zurückgezogen hat, entwickelten sich in mir Verlustängste.
Ich wurde needy, habe doppelt so lange über SMSen nachgedacht um ja nichts falsches zu schreiben und bin nicht einmal
mehr in den Club gegangen um andere Frauen anzusprechen, weil ich so dermaßen fixiert auf sie war.

Aus meinen gedanklichen Veränderungen resultierte ein Verhalten, was in der PU-Community oftmals als needy und creepy bezeichnet wird.
Ich war zwar noch verliebt, meine Verliebtheit war aber keine „reine, gesunde“ Verliebtheit mehr.
Sie war durch Verlustängste, Unbewusstsein und Ergebnisabhängigkeit zerfressen.

Die Frau, die mich einst mochte, konnte mich nach dem 4. Date nicht mehr wiedererkennen
Und gab mir eine Abfuhr.

Nun.
DAS war bitter.


© Peter Hebgen/ pixelio.de

Ich habe mir dann Gedanken gemacht, was hier eigentlich geschehen war.

Wie konnte es passieren, dass ich von einer Art gesunder Verliebtheit in einen unbewussten Zustand voller schlechter Gedanken und negativer Emotionen geraten bin?
Und vor allem: was kann ich dagegen tun, damit es nicht ein weiteres mal geschieht?

1.
Habe ich vor dem 3. Date noch ein klares Mindset bewahrt, kamen mir danach allmählich Gedanken wie „sie ist absolut einzigartig“.
Dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden.
Das Problem ist, dass ihre Einzigartigkeit lediglich eine Projektion meinerseits war
Mal ehrlich? Wie gut kann man eine Frau nach 3 Dates schon kennen?
Diese Projektion und der daraus resultierende Glaube führten dann zu Verlustängsten.

2.
Daraus folgte ein völliges Desinteresse an anderen Frauen.
Dieses wiederum verstärkte das Gefühl, dass sie „einzigartig“ ist.
Ich kann nur jedem empfehlen trotzdem rauszugehen und andere Frauen kennenzulernen.
Daran ist nicht einmal moralisch etwas verwerflich, solange
man mit der Frau keine Abmachungen über eine Beziehung getroffen hat.
Seien wir ehrlich. Letztendlich ist es auch für sie das beste.
Warum soll sie den Mann verlieren, den sie doch in erster Linie so attraktiv findet?

3.
Ist eine extreme Oneitis ein Zeichen für eine instabile Persönlichkeit.
Es ist völlig ok und normal traurig zu sein, wenn eine Frau, die man mag, einem das Herz bricht.
Aber es gibt Grenzen. Man kann auf diese Frau nicht derart fixiert sein, dass man andere wichtige Dinge wie Beruf,Hobbies usw. vernachlässigt.

4.
Das wichtigste überhaupt:
Habe ich gelernt mir darüber bewusst zu sein, dass in mir starke negative Gefühle entstehen wie zum Beispiel Verlustängste.
Das Bewusstsein allein schwächt diese Gefühle.
Man darf sich nicht unbewusst mitreißen lassen von diesen Gefühlen wie von einer großen Welle, denn dann schießt man sich selber aus dem Spiel.

Diese Dinge muss man LERNEN.
Und um diese Dinge zu LERNEN, muss man sie erst einmal ERLEBEN und DURCHLEBEN.
Vielleicht sogar 3, vielleicht sogar 4 Mal.

Dann wird es möglich sein, einen Zustand von Verliebtheit oder (daraus) resultierender Liebe zu erhalten, ohne ihn von negativen Emotionen zerfressen zu lassen.

Zum Abschluss ein Zitat:

Whatever the universal nature assigns to any man at any time is for the good of that man at that time.
– Marcus Aurelius

– liefner

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