Der Action Bias

„Action Bias (engl.; etwa: „Handlungsneigung“) bezeichnet in den Verhaltenswissenschaften die Neigung, auch dann aktiv zu handeln, wenn das Handeln voraussichtlich nutzlos, möglicherweise sogar schädlich ist.
Vom israelischen Verhaltensforscher Bar Eli wurden Elfmeter-Situationen im Fußball ausgewertet[1].
Die Schützen schießen statistisch etwa gleich verteilt nach links, rechts und in die Mitte, während die Torhüter nur selten in der Mitte bleiben, sondern sich fast immer nach rechts oder links bewegen.
Dies tun sie, obwohl ihre Chancen, den Ball abzuwehren, dort eben so gut oder schlecht sind wie Verweilen in der Mitte des Tores.
Begründet wird die in der Summe der Fälle chancenreduzierende Handlung (action) mit der menschlichen Neigung, bevorzugt aktiv in ein Geschehen einzugreifen, als es passiv zu verfolgen.“
(wikipedia)


© Didi01/ pixelio.de

Der Action Bias resultiert unter anderem aus der mangelnden Fähigkeit des Menschen in einer Situation auszuharren, bzw. Ungewissheit zu ertragen.
In anderen Worten: geduldig zu sein, bis die Situation sich selbst ENT-WICKELT (siehe auch: Patience or persistence? ).

Zu gut kennen wir dieses Phänomen auch im Umgang mit Frauen.
Insbesondere Oneitis-geplagte können ein Lied singen von ihrem Drang  der Frau zu schreiben oder sich bei ihr zu melden, statt einfach mal auszuharren oder abzuwarten, bis sie es tut (das bedeutet aber nicht sie zu „freezen“!!).

Lieber schreiben und es versauen, als abzuwarten.

Aber auch in Sets allgemein besteht der Drang etwas zu „tun“.
Man unterhält sich mit der Frau und „versucht sie irgendwann zu berühren“.
Man unterhält sich mit der Frau und „versucht dann etwas zu machen was sie beeindrucken könnte“.

Die Situation als solche bzw. die eigene Person reicht nicht aus.
Wir denken wir müssten „mehr“ tun um die Frau irgendwie um den Finger zu wickeln.
Aber vielleicht ist das genau der Fehler?

Vielleicht tun wir einfach gar nix, wie der Torhüter, der in der Mitte stehen bleibt. (statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit den Ball zu halten in der Mitte am höchsten)

Das ist keine Aufforderung nicht zu handeln.
Es ist nur der leise Hinweis, dass es manchmal besser ist einfach mal die Fresse zu halten.

oder in Laotse’s Worten:

„Hast du die Geduld zu warten,
bis dein Schlamm sich setzt und das Wasser klar ist?
Kannst du regungslos verharren,
bis die richtige Handlung sich von selbst ergibt?“

– liefner

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