Zeig mir dein Gesicht!

Neulich habe ich meiner Schwägerin (ich war nie gut mit Verwandtschaftsgraden: Schwägerin heißt die Frau meines Bruders) ein wenig von Pickup erzählt. Natürlich nicht das Wort selbst, aber dass ich Frauen anspreche.

Ihre Reaktion? Eine Mischung von Mitleid und Unverständnis. „But there is hope. You have to kiss some frogs before you find the right one“ (Sie spricht nur englisch). Sie hat mir noch geraten, mich durch Freunde verkuppeln zu lassen. „They know you and they will make a good preselection. There are studies proving that fact!“

Wer einmal in einer solchen Situation war, kennt die Demütigung, die man bei einer solchen Unterhaltung empfindet.

Mein Weltbild hat sich durch Pickup soweit von sozialer Konditionierung entfernt, dass jede Diskussion mit einem „normalen Menschen“ ins Nichts führt. Ich habe daher das Thema gewechselt und darauf verzichtet, sie von meiner Sicht zu überzeugen.

Wie gern hätte mein Ego von dem irischen Mädchen erzählt, mit dem ich am Abend zuvor bei meinem Kurztripp nach New York rumgemacht habe? Ihr 10 Minuten nach dem Kennenlernen meine Zunge in den Hals gesteckt habe (was viel zu aggressiv war und ich habe sie bald danach verloren. Aber was solls. Wie oft ist man schon in New York, dem Sündenbabel unserer Zeit? Diese Stadt ist eine Hure und man sollte versuchen etwas zurückzubekommen für die 15 Dollar pro Drink)


© Robert Babiak jun./ pixelio.de

Halts Maul und lass das Ego nicht Macht über dich gewinnen. Es reicht, wenn ich die Wahrheit kenne.

Gerade wenn man reiferen Menschen von Pickup erzählt, erntet man häufig bescheidene Reaktionen. Wir laufen wie Krieger durch die Clubs und Straßen, um Frauen zu verführen und als Männer zu wachsen. Wir wissen, wie schwer und schön es ist. Dass wir Dinge tun, die 99% der Männer nie tun könnten. Aber es reicht, wenn wir das wissen und mit unserem Fortschritt zufrieden sind. Der Rest der Welt hält uns in aller Regel einfach nur für verzweifelt und unreif.

Trotzdem rate ich dazu, ab und an Familie und Bekanntenkreis davon zu erzählen. Aus zwei Gründen:

  • Ich habe lange Zeit schweigen darüber bewahrt und gewissermaßen ein Doppelleben geführt. Es war mir unangenehm darüber zu sprechen. Wenn mich jemand fragte, was ich am Wochenende denn so gemacht hätte, habe ich meistens erzählt wieviel ich arbeiten muss, oder dass ich gelesen oder einfach gar nichts getan hätte. In diesem Augenblick gibt man ein Stück Macht über sein Leben ab. Die andere Person hat ein bestimmtes Bild über mich und ich blende gewisse Dinge aus meinem Leben aus, um dieses Bild nicht zu stören. Das führt zu inneren Spannungen und reduziert das Selbstbild
  • von Frauen, die man nicht kennt abgewiesen zu werden ist hart. Innerhalb der eigenen Familie belächelt zu werden, tut noch weit mehr weh. Aber ich glaube an Schmerz als den größten Parameter für persönliches Wachstum. Stellt euch der demütigenden Situation und es wird euren Charakter verhärten (hart wie ein Fels soll er werden jajajajaja!!!)

Offenbart euch eurem engeren Bekanntenkreis. D.h. erzählt im groben was ihr tut und wozu. Tut das wohldosiert, ohne ins Detail zu gehen oder mit Erfolgen zu prahlen. Es geht darum innere Stärke zu gewinnen und nicht das Ego zu befriedigen.

Schweiger

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3 Gedanken zu “Zeig mir dein Gesicht!

  1. „Gerade wenn man reiferen Menschen von Pickup erzählt“
    Meinst du wirklich „reifere“ Menschen oder doch eher „ältere“ Menschen?

    Ich kann auch nur jedem dazu raten der eigenen Familie von Pick Up zu erzählen.
    Mir hat es sehr geholfen.

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