St. Martin und Pickup

Heute ist mal wieder Zeit für nostalgische Gefühle: Ich bin bei meiner Familie und es ist Martinstag! Früher sind meine Geschwister und ich an diesem Tag im Dorf rumgezogen. Wir klingelten an jeder Haustür und sangen dann das Lied von St. Martin.

Die meisten Leute freuten sich und beschenkten uns reich mit Süßigkeiten (oder auch Geld, wenn sie nicht gut vorgesorgt hatten – wir haben alles genommen).

Rike  / pixelio.de

Rike / pixelio.de

Gut, gut. Ich weiß, niemand der diesen Blog liest, zieht von Haus zu Haus, um Süßigkeiten einzusammeln.

Die Süßigkeiten, auf die wir es abgesehen haben, sind auch hübsch und glänzend verpackt, aber deutlich schwieriger zu bekommen…

Im Rückblick an die alten Zeiten sind mir ein paar Prinzipien klargeworden, die damals dazu geführt haben, dass meine Geschwister und ich mit prall gefüllten Taschen heimgekommen sind, während die Ausbeute anderer Kinder teilweise dürftig ausfiel. Prinzipien, die auch im Pickup auf lange Sicht die Spreu vom Weizen scheidet:

  • Wir sind immer losgezogen. Egal wie das Wetter war. Wenn wir froren, sind wir weitergegangen. Wenn einer seinen Handschuh verloren hatte, sind wir weitergegangen. Wir sind zu den entlegensten Häusern im Dorf gegangen. Wenn vor der Gartenpforte vor einem bissigen Hund gewarnt wurde, haben wir die Tür trotzdem geöffnet und sind zur Haustür weitergestapft. Wenn mehrere Hausbewohner hintereinander uns zum Teufel gejagt haben, statt uns zu beschenken, sind wir trotzdem zum nächsten Haus gegangen und haben wieder geklingelt.

Auf der anderen Seite gab es die Kinder, die nur gegangen sind, wenn die Sonne schien, wenn es gut lief und sie „gerade Bock hatten“. Die nach Hause gegangen sind, sobald es eine „Abfuhr“ gab. Hier hören die Parallelen aber auf. Denn diese Kinder haben zu Hause meist sowieso alles bekommen, was sie haben wollten.

Wenn ihr weich und weinerlich seid und aufgebt, kann euch eure Mutter keine Frau vor die Tür stellen wie früher einen Schokoladenweihnachtsmann.

Game over, softie. Die Kindheit ist vorbei.

  • Weiterer St.Martin-Erfolgsfaktor: Wir haben gesungen, immer mindestens zwei Strophen. Wir waren bereit zu geben, bevor wir etwas zurückbekommen haben. Es gab damals zwei Gruppen von Kindern: Die einen haben gesungen und investiert, die anderen haben nur geklingelt und ihre Plastiktüte aufgehalten. Sie wollten es leicht haben. Sie wollten wenig bis gar nichts investieren und im Gegenzug das Maximum zurückkriegen. Diese Kinder haben deutlich weniger „Beute“ gemacht. Die Leute haben sich um einen Teil „ihres Deals“ betrogen gefühlt und waren in der Folge weniger spendabel.

Das Äquivalent ist für mich jemand, der gute Frauen haben will, d.h. einen hohen Wert, den diese Welt bietet, ohne einen entsprechenden Gegenwert zurückgeben zu wollen. Er spricht mit einer Frau und denkt nur daran, wie er „tricksen“ kann. Welche „lines“ und „Routinen“ er anwenden kann, um bestimmte Reaktionen hervorzurufen.Er will von ihrer weiblichen Energie saugen ohne entsprechende männliche Energie zurückgeben zu können.

Wer nicht die Qualität von Frauen in sein Leben ziehen kann, die er wirklich begehrt, muss den weiten Weg gehen und seine Persönlichkeit verbessern. Er muss ein „wertvollerer“ Mensch werden (was auch immer das im Einzefall bedeuten mag). Dann hat er eine Schatztruhe in sich, aus der er schöpfen und Frauen beschenken kann. Sie wird dann bereitwillig von ihren Süßigkeiten zurückgeben.

Wer mehr Süßigkeiten will, muss an viele Haustüren klingeln und eine Strophe mehr singen als andere. Wer bessere Frauen will, muss viele Frauen ansprechen und zugleich an seiner Persönlichkeit arbeiten, um einen höheren Wert geben zu können.

Wer ernten will, muss sähen. Und wer säht, wird irgendwann ernten. Seid fleißig, seid zuversichtlich und seid geduldig. Seid die guten St.Martins-Kinder

Schweiger

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3 Gedanken zu “St. Martin und Pickup

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