Ein Jahr Pickup – Eine Geschichte Teil 2

Eigentlich bat mich Liefner einen Artikel darüber zu schreiben, welche „Pickup-Techniken“ für mich funktionieren und welche Dinge ich aus der Community für Unsinn halte. Stattdessen ist das hier entstanden. Heute möchte ich nachliefern, was ich für wichtig erachte und was nicht.

Das hier ist lediglich eine Meinung. Wenn Ihr in einigen Punkten anders denkt, alles klar😉

Fangen wir mit den Dingen an, die ich für Unwichtig halte:

Viel im Forum abhängen und Threads durchlesen

Lieber ein paar gute Bücher lesen, eventuell noch die Schatzkiste, aber im Großen und Ganzen steht im PU-Forum viel Unbrauchbares. Täglich werden Threads eröffnet, wo sich Kerle ausheulen, wie schlecht und ungerecht doch alles ist, selten kommt etwas Konstruktives dabei heraus.

Das einzig wirklich gute am Forum ist die Möglichkeit, mit gleichgesinnten Kontakt aufzunehmen.

Magic Pill“

Selbst habe ich nie einen Workshop oder ähnliches besucht. Deshalb steht es mir eigentlich nicht zu darüber zu urteilen. Nichtsdestotrotz, denke ich, dass man sich mittel und langfristig entwickelt. D.h. man macht ein paar Approaches, über die man danach reflektiert. Fehler werden erkannt und so entwickelt jeder seinen eigenen Stil im Laufe der Monate. An einem Wochenende 100 Frauen mit der Brechstange anzusprechen kann als Einstieg möglicherweise ganz gut sein. Wer aber nicht dauerhaft dran bleibt, dem wird der Workshop nicht weiterhelfen. Irgendwo habe ich mal einen Satz gelesen, der etwa so war: „Was etwas wert ist, kann man nicht mit Geld kaufen“ (sondern nur erarbeiten).

„Die guten Leute“ haben viel Zeit investiert, um so gut zu werden wie sie sind. Macht Euch nichts vor und glaubt, dass ihr 500 Euro bezahlen könnt und die neuen Sterne am Himmel seid.

Zu viel Theorie, Planung und Konstrukte

Sich Theorie anzulesen halte ich für wichtig, um einen allgemeinen Überblick über die Materie zu bekommen. Steigert Euch jedoch nicht zu sehr hinein. Denn solange Ihr nicht Praktisch anfangt etwas zu unternehmen, ist Euer geballtes Wissen unnütz.

Genauso alle Konstrukte bezüglich HB-Skala, AFC´s, Naturals und so weiter.
Stellt Euch vor, die große Mehrheit der Menschen kennt PU nicht. Und trotzdem haben wir mehrere Milliarden Menschen auf diesem Planeten, die sich fortpflanzen und es schaffen, das andere Geschlecht für sich zu gewinnen.

Insgesamt aus „Frauen ansprechen“ eine so große Wissenschaft zu machen, halte ich für fatal. Meist beruht unser „Wissen“ auf Medien und wenig Referenzerfahrung. Zerbrecht euch nicht so sehr den Kopf über ein einzelnes Set, es werden Damen kommen, die auf Euch stehen, so wie Ihr gerade seid.

Boyfriend Destroyer, „Hard to get“, Freeze outs, bewusstes Push und Pull, , cocky & funny

Im Laufe der Zeit entwickelt Ihr euren eigenen Stil, wie ihr mit Frauen interagiert. Man merkt was gut und humorvoll ankommt und was nicht. Sich auf irgendwelche Techniken zu versteifen, lenkt viel zu sehr vom eigentlichen Gespräch ab.

Wenn eine Frau nicht auf Euch steht, könnt Ihr sagen und machen was ihr wollt. Sie wird trotzdem nicht auf Euch stehen.

Wenn eine Frau hingegen auf Euch steht, müsst ihr nur „normal“ bleiben. Mit vielen der oben genannten „Techniken“ versaut ihr es Euch tendenziell sogar! Ihr steht vor einem Menschen, keiner Maschine oder einem Computer. Vergesst irgendwelche Techniken und interessiert Euch wirklich für die Person. Das ist viel wichtiger, als einen festgeschriebenen „Fahrplan“ zu haben.

Wie schon weiter oben angeschnitten. Ihr werdet, je mehr Sets ihr gemacht habt, für Euch persönlich feststellen, was gut für Euch funktioniert und was nicht. Schenkt Euch deswegen Routinen von Gurus, die Ihr im Internet gelesen habt. Mit Themen wie Kindheit, Urlaub und Familie für den Anfang müssten Euch doch genug Geschichten und Anekdoten einfallen, die Ihr erzählen könnt?!

278678_web_R_K_by_Lea M._pixelio.de
© Lea M. / pixelio.de

Das größte Schwachsinnskonstrukt ist meiner Meinung nach „Alpha sein“.

Irgendwie kann ich damit überhaupt nichts anfangen. Denke, dass diese „Erfindung“ von vielen Neulingen falsch verstanden wird und sie dadurch von einem Extrem in das andere rutschen.

Nun die positiven Dinge, die mir beim Ansprechen geholfen haben, oder die mir positiv aufgefallen sind:

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach eine gewisse Konstanz bzw. Geduld.

Ihr müsst dran bleiben, wenn ihr etwas ändern wollt. Einen Monat lang ansprechen und dann ein Fazit ziehen ist viel, viel zu früh. Am Anfang sowieso, aber auch generell werden creepige Situationen geschehen, die Euch sehr wehtun. Es ist wichtig, sich das bewusst zu machen und auch zu akzeptieren.

Kümmert Euch um euren Körper.

Wenn Ihr ausseht wie eine dünne Spargelstange oder zu dick seid, ändert etwas daran. Geht Joggen oder macht Krafttraining, es wird euch ausgeglichener im Alltag machen, auf Sexseiten im Internet zu verzichten wird einfacher, ihr werdet euch schlichtweg wohler in Eurer Haut fühlen. Auch hier ist wieder Geduld gefragt. Nur weil Ihr zweimal die Hanteln im Monat hebt, werdet Ihr keine Muskeln aufbauen.

Alles andere wie rasieren, Fingernägel schneiden, sollte hier eigentlich nicht erwähnt werden. Wenn Ihr mit Eurer Optik unzufrieden seid, dann probiert etwas Neues aus. Schon Mal an Kontaktlinsen gedacht? Habt Ihr Euch schon Mal intensiver mit Haarstylen beschäftigt? Investiert ein paar Stunden vor dem Spiegel und probiert verschiedene Gels und Haarsprays aus, arbeitet mit dem Föhn etc. Es ist wichtig, dass ihr euch selbst mögt und akzeptiert. Auch das ist ein Prozess der Monate, vielleicht auch mehrere Jahre dauern kann, je nachdem wo ihr zurzeit steht.

Ihr müsst euer Ego ein Stück weit sterben lassen.

Geht Risiken ein und bekommt Körbe. Vollkommen egal wie viele Frauen zu Euch „Nein“ sagen, irgendwann, wenn ihr genug Frauen ansprecht ( mind. dreistellig!) werden auch welche dabei sein, die Euch wollen. Durch die vielen Demütigungen aber auch positiven Erlebnisse (NC, Date und mehr) werdet ihr eine wichtige Erkenntnis gewinnen:

Auch wenn Ihr bei einer Frau verkackt, werden Neue in Euer Leben treten, wenn Ihr weiter aktiv bleibt. Das führt dann zu weniger Needyness bei den einzelnen Frauen, weil ihr wisst, dass sie nicht „die Einzige“ ist und sich Alternativen auftun werden.

Für mich „revolutionär“ war „Kino machen“ und Blickkontakt halten. Vor PU hab ich gar nicht darauf geachtet.

Vor allem Blickkontakt halten finde ich total cool.

136093_web_R_K_by_Karin Schmidt_pixelio.de
© Karin Schmidt/ pixelio.de

Steigert die sexuelle Spannung, jedenfalls werde ich geil, wenn auch sie lange den Blickkontakt hält.

🙂

Kino machen halte ich auch für sehr wichtig. Am Anfang habe ich mir die Frage gestellt, wie man zum Kussversuch kommt. Die Frau war immer zu weit weg, der „Sicherheitsabstand“ zu groß. Irgendwann wusste ich es: Indem man die Frau an seine Nähe gewöhnt. Immer weiter steigert, sie berührt. Das kann anfangen mit boxen gegen die Schulter, wenn man etwas Lustiges erzählt hat, oder umarmen, wenn sie was „süßes“ oder schönes aus ihrem Leben erzählt hat.

Deswegen gehe ich gerne spazieren, wenn ich Dates habe. Anrempeln und wegschubsen kann man so relativ spielend einbauen.

„Kino machen“ ist auch darüber hinaus wichtig, weil es Frauen gibt, die dann als Reaktion darauf auch sehr viel Kino bei Euch machen. Das ist einfach eine gute Rückmeldung, ob ihr auf dem richtigen Weg seid. Nichtsdestotrotz gibt es auch Frauen, die wenig Kino machen werden, obwohl sie auf Euch stehen, einfach weil sie „schüchtern“ sind. Dafür gibt es aber genug andere Indikatoren, die euch zeigen, ob sie Euch mag z.B. dauerndes Anlächeln, dass sie über unlustige Sachen lachen oder einfach generell Interesse an Euch als Person haben und viele Fragen stellen.

Für immens wichtig halte ich es, den Pornokonsum und das Wichsen stark zu reduzieren, bzw. mittel bis langfristig aufzugeben.

Bei mir hatte das einen positiven Effekt. Dadurch wurde mein Drang nach einer „echten“ Frau deutlich größer, mir fielen die Interaktionen leichter, es lief bei mir zumindest vom Gefühl her besser, wenn ich Sets machte, nachdem ich lange „abstinent“ war.

Darüber hinaus bekommt man, falls man noch nie Sex hatte, aber schon lange Pornos konsumiert, einen völlig falschen Eindruck von Sexualität.

Außerdem können noch andere „Nebenwirkungen“ auftreten, hier möchte ich auf folgende Seite verweisen: www.yourbrainonporn.com

Ein weiterer sehr wichtiger Baustein für mich persönlich ist das Thema Rapport/Comfort.

Meiner Meinung nach ist das meine größte Stärke. Wenn Ihr wollt, dass die Frau mit Euch ein Bett teilt, dann müsst ihr ein gewisses Vertrauensverhältnis zu Ihr aufbauen. Wie das im Club in Verbindung mit Alkohol ist, weiß ich nicht, da ich zu wenig im Club gemacht habe, aber zumindest im Daygame oder „Unigame“ war das bislang bei mir so.

Wie man Rapport theoretisch aufbaut, kann man überall nachlesen. Dennoch denke ich, dass jeder auch ein gewisses Maß an Rapport schon von vorneherein ausstrahlt.

Wie viel vertrauen habt Ihr zum betrunkenen, ungepflegten Obdachlosen vor dem Rewe, den ihr nicht kennt?

Wie sehr man an seinen Fähigkeiten zum Thema Rapport arbeiten kann, weiß ich nicht, es wäre Spekulation. Jedoch ist es von Vorteil, wenn Ihr Euch wirklich für die Frau und ihr derzeitiges Leben interessiert, Euch Sachen merkt, darauf Bezug nehmt und vor allem Euch auch selbst öffnet. Wenn ihr etwas „intimeres“ oder privateres aus eurem Leben erzählt, fällt es ihr sicherlich leichter, es Euch gleich zu tun. Vor allem die Kindheit des Mädchens und ihrer Familie als Themenfelder halte ich für gut geeignet, hier lassen sich möglicherweise Gemeinsamkeiten finden und genau das schafft Vertrauen.

Ein sehr wichtiger Aspekt, der mir enorm geholfen hat und mir nach wie vor hilft, wird wohl nur sehr selten in der geläufigen PU-Literatur zu finden sein:

Ein Tagebuch!

Warum?

Das Papier vergisst nichts. Ihr könnt es immer und immer wieder lesen. Wisst ihr noch, was Ihr heute vor einem Jahr gemacht habt, bzw. wie ihr Euch gefühlt habt?

Wahrscheinlich nicht.

Wenn ihr kontinuierlich in euer Buch schreibt, werdet ihr so etwas nachschlagen können.

– Es kann Euch motivieren, wenn es gerade scheiße läuft (indem Ihr von erfolgreichen Tagen lest).

– Ihr seht, wo ihr vor mehreren Monaten gestanden habt und seht so Eure Fortschritte, egal wie klein sie sind.

– Wenn´s Euch scheiße geht, könnt Ihr Euch alles „von der Seele“ schreiben.

– Ihr könnt eure Approaches Revue passieren lassen.

Ihr müsst nicht jeden Tag einen Eintrag machen. Ihr könnt das Ganze auch als Wochenbuch führen, bzw. 2-3 Einträge pro Woche machen, je nachdem wie viel passiert ist. Es können auch andere Dinge drinstehen, die euch passiert sind, nicht nur PU.

Wenn ihr also Mal mit 0 Dates und 0 Nummern dasteht, könnt ihr euer Tagebuch aufschlagen und von eurem erste NC auf der Straße, Eurem ersten Makeout oder von Eurem ersten Blowjob lesen😛

Das wird eine Hilfe sein, euch wieder zu motivieren weiterzumachen.

Am Anfang natürlich, wird es zunächst eine lange Durststrecke geben und viele Einträge werden voller Frust sein, wenn Ihr aus einer Position völliger Unfähigkeit kommt.

Das ist aber okay. Denn auch dafür ist ein Tagebuch gut geeignet. Wenn ihr die Dinge aufschreibt, die euch stören und ihr es irgendwann ändert und darauf zurückblicken, davon lesen könnt, wird es Euch zufriedener machen. Genauso wie ihr aufschreiben solltet, wenn ihr etwas nicht gemacht habt, was ihr Euch vorgenommen habt. Den Finger in die Wunde zu legen, kann auch eine sehr gute Motivation sein.

400581_web_R_K_by_Clara Diercks_pixelio.de
© Clara Diercks / pixelio.de

Seit 16 Monaten führe ich nun Tagebuch und finde, dass es sich sehr gelohnt hat, dieses anzulegen. Bei vielen Einträgen muss ich heute schmunzeln oder lachen wie doof ich „damals“ war.

-Dannyy

4 Gedanken zu “Ein Jahr Pickup – Eine Geschichte Teil 2

  1. „Für immens wichtig halte ich es, den Pornokonsum und das Wichsen stark zu reduzieren, bzw. mittel bis langfristig aufzugeben.“

    seh ich nicht so !
    ich hab im monat circa 2 lays mit unterschiedlichen frauen. komm dann circa auf +- 4 mal sex im monat. ohne internet porn wäre mir das echt zu wenig. das würde ich nicht durchhalten. ich glaube auch kaum, dass meine approaches besser wären ohne porn.

    ich bin ehrlich… ich hol mir gerne einen runter mit internet porn und genieße das auch. sehe darin auch nichts verwerfliches.

    zudem kann man durchaus mit frauen sex wie in pornos ahben. frauen sind unterschiedlich. viele frauen lieben harten sex und machen auch alles, wenn du es richtig angehst. wobei analsex natürlich nur mit sehr wenigen möglich ist, dass geb ich zu😉
    es liegt an dir. wenn du es richtig anpackst, kannst du mit vielen frauen sex wie im porno haben.

  2. Ich halte von diesem „Pornoabstinenz-Gerede“ auch nicht so viel!
    Ansonsten stimme ich dir in den andern Punkten zu.
    Du bist nicht grundlos erfolgreich geworden!

    Übrigens habe ich auch nie ein Tagebuch geführt.
    Mittlerweile ist dieser Blog aber sowas wie ein Tagebuch für mich.

  3. Würde mich mal intressieren wie du deine Dates gestaltet hast. Standartdate also in ne Bar was trinken?? Oder Kleider kaufen gehen ect.

  4. „Deswegen gehe ich gerne spazieren, wenn ich Dates habe. Anrempeln und wegschubsen kann man so relativ spielend einbauen“

    – Durch die Stadt spazieren
    – Durch den Park spazieren
    – Sehenswürdigkeiten (großes Schloss hier bei mir!) angucken
    In Geschäfte gehen (Souvenirshops, Süßigkeitenladen, Spielzeugladen) etc. Irgendwann kann man auch zwischendurch was trinken/essen gehen…Bar würde mir nicht gefallen. Zwar gibts da Alkohol, aber der Geräuschpegel ist mir zu laut.

    Zum Pornokonsum: So funktionierts für mich halt besser🙂
    Jeder wie er mag.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s