(Un)messbarer Fortschritt

Übers Wochenende war ich mit MrGo in Berlin. Street- und Bargame standen auf dem Programm. Ich wollte eigentlich indirekt gehen und mein verbales Game verbessern. Aber wie wir so durch die Straßen ziehen überkommt mich eine große Lust auf Direct.

Die Vor- und Nachteile von Directs wurden häufig diskutiert. Ich persönlich mache es je nach Laune. Generell kann ich sagen: Je größer meine Abenteuerlust in dem Moment, desto mehr reizt mich der Direct. Es ist  dieses Gefühl, mich wie ein Freibeuter ohne Rücksicht auf Verluste in die Schlacht zu werfen und die sofortige Entscheidung zu suchen. Entweder episch siegen oder episch vernichtet werden.

Ich frage auch ein paar mal Direkt nach Sex. Drei Arten von Reaktionen habe ich bekommen:

  • Lachen – sie hält es für einen Spaß. Dann einfach Themenwechsel
  • Empörung – zwei Frauen lächeln zunächst als ich sie stoppe. Dann verzerrt sich buchstäblich in Sekundenbruchteilen die Mimik, sie machen auf dem Absatz kehrt und entfernen sich schnellstmöglich
  • „nette (???) Anmache, aber das geht mir zu schnell“. Hier ist zumindest ein NC rausgesprungen

Die Stichprobe war hier aber noch zu klein, um sichere Aussagen zu treffen. Ich werde diesen direktesten aller Opener bei meinem nächsten Städtetrip ausführlicher testen. Vielleicht sogar auf dem Alexanderplatz, wobei die Frauen mir fast leid tun, bei sovielen Pickup Artists wie da rumlaufen…

Rafafelina  / pixelio.de

Rafafelina / pixelio.de

Noch ein Gedanke zu Messbarkeit von Erfolg: Ich mache Pickup nicht allein für den Sex. Natürlich ist Sex ein Ziel. Aber für mich ist es eben nur eine von vielen positiven Auswirkungen auf mein Leben. Andererseits bin ich sehr analytisch veranlagt und messe auch gerne meinen Fortschritt. Die „allgemeinen positiven Auswirkungen“ sind für mich deutlich spürbar – allerdings schwer messbar. Lays hingegen lassen sich messen. Folgende Kriterien sind für mich wichtig:

  • Zahl der Lays
  • Qualität der Ladies
  • Charakter/Reife

Die ersten beiden Kriterien sind selbsterklärend. Der letzte Punkt hat sich mir in Berlin aufgetan. Ich hatte ein Mädchen aus Kanada direct gemacht. Zunächst auf deutsch, dann englisch, als sie nichts verstand. Sie war auf dem Weg zur Arbeit und wir verabredeten uns für abends auf einen Drink. Ich wählte eine Bar in der Nähe einer U-Bahn Station, die direkt zu unserem Hotel fuhr.

Unmessbarer, aber wichtiger Fortschritt: Bei meinen Planungen wurde mir bewusst, dass ich wirklich an den Lay glaubte. Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich tatsächlich überzeugt bin, dass eine Frau, mit der ich nur ein paar Minuten gesprochen habe, mich auf einen Drink trifft und später mit in mein Hotel kommt. Wer nur mit Pickup Artists spricht und Kontakt zu „normalen“ Leuten verloren hat, merkt vielleicht gar nicht mehr, wie grandios das eigentlich ist! Jeder von uns kann Großartiges vollbringen.

Wir treffen uns in der Bar. Wie wir in die Karte schauen, stellen wir fest, dass die Getränkekarte sehr klein ist und es keine Cocktails gibt. Unmessbarer, aber wichtiger Fortschritt: Vor einem Jahr noch hätte ich mich nun schlecht gefühlt und geglaubt, es versaut zu haben. Aber warum? Wir stehen eben auf und gehen in die nächste Bar.

Zwei Menschen sind an einem Ort, wo sie nicht das finden, was sie wollen. Also suchen sie sich einen besseren Ort. Das normalste der Welt. (Oder vielleicht sogar ein genialer Bounce in den ersten Minuten? Die Realität ist wie wir sie sehen).

Die nächste Bar hat Cocktails. Wir reden eine gute Stunde. Sie ist seit einem dreiviertel Jahr in Deutschland, um neue Lebenserfahrungen zu machen. Sie hat viel erlebt und präsentiert einen ziemlich reifen und gesunden Charakter. Sie beschäftigt sich sogar mit Self-Improvement.

Ich bin ziemlich von ihr beeindruckt, obwohl sie äußerlich nur eine 6 ist. Charakterlich ist sie das reifste Mädchen, die ich bisher gedatet habe. Wie cool und zugleich freundlich sie bleibt, als sie vom Dönermann gedisst wird, weil sie nach einem dreiviertel Jahr nur schlecht Deutsch spricht.

Das ist es, was für mich als drittes Kriterium neben Quantität und Aussehen wichtig ist. Eine Frau, die mehr als eine vage Idee davon hat, wer sie ist und wo sie hinwill. Die für sich selbst sorgen kann. Die einen Mann trifft, weil sie wirklich etwas an ihm findet und nicht, weil sie Angst vor dem Alleinsein hat. Dieses Mädchen war sozial und in jeder Hinsicht aufmerksam. Sie brauchte mich nicht und hatte genug andere Optionen, ihren Abend zu verbringen. Aber sie hatte sich trotzdem entschieden mich zu treffen. Echter Fortschritt. Denn wirklich selbstständige und selbstbewusste Mädchen habe ich früher selten gedatet.

Natürlich – wenn es um einen SNL geht, ziehe ich eine charakterlich unterentwickelte 8 einer charakterlich fortgeschrittenen 6 vor. Niemand sollte das Label „Charakter“ als Ausrede verwenden, um sich nicht an den richtigen Hotties zu versuchen! Ich empfehle hier aber jedem Leser eine ehrliche Reflektion seiner Damen vorzunehmen – nicht nur in Bezug auf Aussehen sondern auch Charakter.

Nach ca. 1,5 Stunden Smalltalk schlage ich vor, uns etwas zu Essen zu holen und bei mir Russel Peters zu gucken (kanadischer Comedian). Sie stimmt zu. Ich hatte nicht eskaliert zu diesem Zeitpunkt. Bei meinen letzten Erfolgen habe ich mein Date problemlos mit zu mir genommen, weil ich vorher nicht versucht hatte sie zu küssen. Wenn ich sie vorher geküsst hatte, war der Widerstand zu mir zu kommen immer deutlich größer oder sogar unüberwindbar. Frauen wissen, dass Küssen das Vorspiel zum Sex ist. Das macht es schwerer für sie mitzukommen, auch wenn sie es wollen.

Wir machen es uns auf meinem winzigen Bett (nur 80cm breit) halbwegs gemütlich. Sie will sich anfangs nicht neben mich legen. Ich versuche nicht, sie zu überreden, sondern lasse sie erstmal da sitzen. Nach gut 10 Minuten ziehe ich sie ein Stück zu mir herunter. Im Laufe der Show (wir haben viel gelacht) ziehe ich sie immer weiter zu mir und wir küssen uns zunehmend intensiver.

Leider hatten MrGo und ich schlecht geplant und uns für ein Doppelzimmer entschieden. Er war noch mit anderen PUAs unterwegs, hatte mir aber geschrieben, dass er bald kommen würde.

Wir hatten uns viel vorgenommen für den nächsten Tag…

Und so drehte sich dann irgendwann der Schlüssel im Schloss und MrGo spazierte herein. Er ist cool wie immer, und tut, als wäre es das normalste der Welt. Nachdem er sich meinem Mädel kurz vorgestellt hat, legt er sich im anderen Bett schlafen (oder tut so, du alter Spanner😉 ).

Long story short – ich habe nochmal neu angefangen, bei Brüsten und Arsch war aber Endstation. Ich habe sie noch zurückgebracht zur U-Bahn.Natürlich war ich frustriert, dass es am Ende nicht für Sex gereicht hat. Es gab keinen messbaren Erfolg.

Mein Gefühl sagt mir trotzdem, dass ich bei diesem Nicht-Lay mehr gelernt habe als bei meinen letzten Lays davor.

Reflektiert euren Fortschritt. Schaut euch durchaus Zahlen an, aber auch die weichen, schwer messbaren Faktoren. Habt ihr das ehrliche Gefühl, dass es vorangeht?

Schweiger

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