Widerstand ist zwecklos

Lange kein Beitrag mehr von Schweiger. Ich bin in keiner Beziehung, will auch keine anfangen und pimpe so fleißig wie eh und je… Freitag und Samstag Clubgame bis 07 und 08 Uhr morgens. Liefner und ich haben sonst meistens gegen 04 Uhr aufgehört, wenn kein SNL in Sicht war und uns in die warme Comfortzone einer Dönerbude verkrochen… Nach 4-5 Stunden Clubgame schien das gerechtfertigt und mit unserem Gewissen vereinbar. Damit ist Schluss. Eine Nacht ist erst dann vorbei, wenn auch das allerletzte Set geburnt ist. Demnächst mehr darüber von Liefner.

Ich habe mich in den letzten Monaten etwas aus dem Blog zurückgezogen, weil ich mich beruflich verändert habe und z.Z. neben Pickup und Sport kaum freie Ressourcen habe.

Kurzer Beitrag heute über Widerstand. Wir haben viel geschrieben über den Umgang mit negativen Emotionen, insbesondere Angst. Angst ist eine sehr starke Emotion. Wir merken es meist sofort auf einer bewussten Ebene, wenn wir Angst spüren. Das macht auch das Gegensteuern einigermaßen leicht. Widerstand ist viel heimtückischer. Wir merken den Widerstand häufig kaum. Er lenkt und kontrolliert uns heimlich und leise. Ich selbst muss häufig tief in mich horchen, bis ich mir meines Widerstandes überhaupt bewusst werden und gegensteuern kann.

Widerstand lässt sich schwer beschreiben. Lustlosigkeit trifft es nicht ganz. Wenn wir keine Lust haben, kann unsere Stimmungslage trotzdem neutral sein. Bei Widerstand hingegen sind wir bereits im leicht negativen Bereich. Es ist als würden wir permanent mit leicht angezogener Handbremse fahren. Aber so leicht angezogen, dass wir es selbst gar nicht merken. Körperlich merke ich Widerstand meistens im Bereich der Brust. Es ist ein schwacher Druck, der den Brustkorb ganz leicht zusammenschnürt.Ich habe dieses Empfinden sehr häufig. Mal stärker mal schwächer. Vor der Arbeit, vor dem Sport, vor dem Club.

Widerstand ist die Waffe der Trägheit. Ein Teil von uns will Erfolg, Frauen, Geld, einen Ferrari. Ein anderer, viel älterer Teil, will uns davon abhalten irgendetwas zu tun, was nicht dem unmittelbaren Überleben dient. Der Mensch ist von Natur aus träge. Er tut nur so viel wie die äußeren Umstände ihn zwingen zu tun. Ansonsten will er in Trägheit verharren.

Die Trägheit hat den Widerstand erfunden, um sich gegen den ambitionierteren Teil von uns durchzusetzen. Angst kommt kurz und plötzlich, rollt mit einem Panzer auf uns zu und feuert mit schwerem Geschütz. Widerstand setzt auf feine Nadelstiche…

Rainer Sturm  / pixelio.de

Rainer Sturm / pixelio.de

Ich akzeptiere mittlerweile meine Ängste und stelle mich ihnen. Aber ich hasse es, dass ich permanent diesen Widerstand gegen alle meine kleinen und großen Projekte habe.

Das ist natürlich sinnlos. Widerstand gegen den Widerstand macht ihn nur stärker. Feel the fear and do it anyway (Susan Jeffers). Hier liegt die Schwierigkeit im Do it anyway. Feel the resistance and do it anyway. Hier liegt die Schwierigkeit im Feel the resistance. Einmal erkannt sind die Gegenmaßnahmen verhältnismäßig einfach.

Meine Aufgabe an alle, die mittlerweile eine gute Kontrolle ihrer Ängste erreicht haben: Fokussiert euch für einige Zeit auf den Widerstand: Wann tritt er auf? Wie fühlt er sich körperlich an? Was passiert, wenn ihr wütend werdet auf den Widerstand? Was passiert, wenn ihr ihn akzeptiert und trotzdem das Notwendige tut? Könnt ihr den Widerstand durch eine stärkere Emotion überlagern und ausräumen z.B. durch einen sehr schwierigen Approach, vor dem ihr AA habt? Oder durch starke körperliche Aktivität? Spielt und beobachtet den Widerstand.

Es gibt wahrscheinlich keine Emotion, die euch stärker ausbremst als dieser kleine gemeine Wegbegleiter…

Schweiger

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