Unkonzentriertheit

Jedem von euch werden die folgenden Situationen bekannt vorkommen:

  1. Du schaust einen Film. Nach einer halben Stunde hast du keine Ahnung wer wer ist und auch nicht worum es geht. Das Ende raffst du natürlich nicht.
  2. Du sitzt in einer Vorlesung und fragst dich am Ende, was eigentlich Thema war.
  3. Du hast einen Ohrwurm und hörst das Lied rauf und runter. Wenn man dich aber fragt, was der Text des Songs ist, kannst du nicht antworten.
  4. Du liest ein Buch und bist bei Seite 2 angekommen. An die Inhalte der letzten Zeilen kannst du dich nicht mehr erinnern.
  5. Du bist trainieren. Bankdrücken. Nach dem 3. Satz fragst du dich, ob das gerade wirklich der 3. Satz war oder doch erst der 2.
  6. Du fährst mit dem Auto zur Arbeit. Auf der Arbeit angekommen, kannst du dich nicht mehr an den Weg erinnern.
  7. Du schließt die Haustür ab. Später fragst du dich, ob du sie wirklich abgeschlossen hast.
  8. Du suchst nach deiner Sonnenbrille, bis du merkst, dass du sie auf dem Kopf hast.

In all diesen Situationen bist du unkonzentriert bzw. unachtsam. Oder etwas flapsiger formuliert: du passt einfach nicht auf!

Beim Filmegucken mag es nicht so tragisch sein, außer dass du vielleicht schöne Momente und eine gute Story verpasst, wenn du aber wieder und wieder nicht konzentriert deinen Vorlesungen folgst, hast du irgendwann ein Problem und kommst mit dem Stoff nicht hinterher. Noch problematischer kann fehlende Konzentration beim Sport sein. Da kann einem das Gewicht schon schnell mal auf den Fuß fallen …
Oder beim Autofahren.

Unkonzentration hat meist ein tragendes Element: ein akutes Desinteresse am Objekt, auf das man sich konzentrieren will/ soll / müsste.
Nun, manchmal ist dieses Desinteresse nicht gänzlich unberechtigt. Vielleicht ist der Film einfach scheiße und man schaltet deswegen mental ab.

In den meisten Fällen steckt aber ein gänzlich anderes Phänomen dahinter: das ständige sich Beschäftigen mit der Vergangenheit und der Zukunft, die in dem Moment vermeintlich interessanter zu sein scheint.

Wenn wir gedanklich aber ständig abdriften, verpassen wir viele MOMENTE des Lebens, einfach weil wir nie PRÄSENT sind. Wir sind nicht im Hier und Jetzt, sondern im Dann und Wenn.
Darüber haben wir bei nng schon so einiges geschrieben.

Übrigens: PRÄSENT bedeutet auch „Geschenk“.

Das wirklich interessante Element der Konzentration ist, dass sie immer zu einem Verstehen beiträgt. Ohne Konzentration kein Verstehen.

Und so wie wir uns auf einen Film konzentrieren müssen, um IHN zu verstehen, so müssen wir uns auch auf das Gespräch mit einer Frau konzentrieren, um SIE zu verstehen.

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Image courtesy of photouten / FreeDigitalPhotos.net

Mein Tipp für mehr Konzentration:
Worten oder Objekten bewusst folgen. Wenn der Professor spricht, versucht jedes einzelne gesprochene Wort wirklich wahrzunehmen bzw. in euch aufzunehmen. Das über 90 Minuten durchzuhalten, kann verdammt schwer sein. Zum Glück macht, wie so oft, aber Übung den Meister …

– liefner

3 Gedanken zu “Unkonzentriertheit

  1. Ich frage mich, woher ihr meine Gedanken kennt. Jetzt ganz im Ernst, genau das ist bei mir seit mehreren Jahren ein Problem und ich denke viel darüber nach.

    Es ließt sich so als ob dieser Blog-Post extra für mich geschrieben wurde, das ist wieder eine Bestätigung, das PickUp für mich persönlich der richtige Weg ist.

    Danke.

  2. der traurige Höhepunkt dieses Phänomens: man hat viel Zeit und Energie in ein Mädel gesteckt und wenn es endlich zum Lay kommt ist man unfähig total im Moment aufzugehen, sondern denkt stattdessen an eine andere…

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