Deliberate Practice/ 10000 Stunden Pick Up

Der ein oder andere von euch wird bereits von der 10000-Stunden-Regel gehört haben.

Der Psychologe Anders Ericsson ist anhand einiger empirischer Ergebnisse zu dem Fazit gekommen, dass mit genügend Übung und Einsatz aus jedem von uns ein Experte in einem bestimmten Bereich werden kann.
„Talent“ hingegen spiele eine nur untergeordnete Rolle.
Dies zeigen übrigens auch viele andere Studien, die Talent nur wenig Einfluss auf späteren Erfolg zuschreiben.
(Auch Intelligenz oder allgemeine Persönlichkeitseigenschaften spielen eine deutlich geringere Rolle).

Anders Ericsson stellte dabei die 10000-Stunden-Regel in den Vordergrund.
So brauche ein Mensch etwa 10000 Übungsstunden, um es in einem bestimmten Bereich zur Meisterschaft zu bringen.

Ein Beispiel aus dem Bereich der Musik:

„For example, the critical difference between expert musicians differing in the level of attained solo performance concerned the amounts of time they had spent in solitary practice during their music development, which totaled around 10,000 hours by age 20 for the best experts, around 5,000 hours for the least accomplished expert musicians and only 2,000 hours for serious amateur pianists.“
(Quelle: http://www.psy.fsu.edu/faculty/ericsson/ericsson.exp.perf.html)

Je mehr Stunden man sich also praktisch mit etwas befasst hat, desto sicherer wird man.

Auf die neurowissenschaftlichen Prozesse will ich jetzt nicht näher eingehen. Insbesondere scheint aber die Automatisierung von effektiven Verhaltensweisen mit die wichtigste Rolle zu spielen. Das Gehirn kann zudem schneller und effizienter relevante Informationen aus einer Situation filtern, aufgrund des
Erfahrungswissens außerdem besser zugeschnitten darauf reagieren.

Wie ich aber schon im Artikel „Übung macht der Meister?“ geschrieben habe, ist die reine Übungszeit nicht alles, was zählt.
Deswegen nennt Ericsson sein Konzept auch „DELIBERATE Practice“, also BEWUSSTES Üben.

Folgende Faktoren spielen im Gesamtkonzept entscheidende Rollen. Ich habe sie auf Pick Up bezogen:

Erfolg durch Deliberate Practice

Während des Lernprozesses entstehen darüber hinaus Frustrationen, Herausforderungen und Misserfolge. Zudem kann es zu einem Motivationsverlust kommen. Alle 4 Aspekte machen das bewusste Lernen aber in gewisser Weise auch aus und bieten zusätzlich Lernchancen.

Es gibt noch einen spezifischen erwähnenswerten Unterschied zwischen Pick Up und vielen anderen Lernfeldern:
Pick Up ist als Lernfeld viel viel komplexer, dynamischer und unberechenbarer als z.B. das Lernen eines Musikinstrumentes.
Es gibt bei Pick Up keine klaren Regeln, die zu klaren Ergebnissen führen. Zum Teil hängen die Interaktionen von externen Faktoren ab, auf die man als Person keinen Einfluss hat.
Zudem spielen emotionale Faktoren eine immense Rolle, faktisches Wissen hingegen spielt eine eher untergeordnete Rolle.
Entsprechend kann der Weg bis zur Meisterschaft (wenn sie in Pick Up überhaupt als solche erreichbar ist) länger oder vielleicht auch kürzer andauern.

Was könnt ihr praktisches aus diesem Artikel lernen?
Geht raus und lernt Frauen kennen. 10000 Stunden machen etwa 20 Stunden  pro Woche über 10 Jahre hinweg.

Und nicht weinen, wenn es nach 3 Monaten noch keine wirklichen Erfolge gibt.

Erfolg Zeit

– liefner

2 Gedanken zu “Deliberate Practice/ 10000 Stunden Pick Up

  1. Laut deiner Grafik wäre der Erfolg berechenbar und koninuierlich. Das wäre echt geil😀
    Vor allem, wenn man pro Woche mehr als 20h macht…

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