Lasst euch nicht volllabern!

Als ich in der Grundschule war hatte man mir gesagt: Wenn du erst einmal auf dem Gymnasium bist, dann ist Schluss mit lustig. Dann musst du richtig was tun für die Schule.
Es blieb relativ entspannt.
Kurz vor der Oberstufe hatte man mir gesagt: Die Zeit der Oberstufe dient der Vorbereitung auf das Abitur, und Abitur zu machen wird kein Zuckerschlecken. Stell dich darauf ein, dass die guten Zeiten vorbei sind.
Es blieb relativ entspannt.
Kurz vor dem Abi hatte man mir gesagt: Warte ab, bis du studierst. Dann fängt das Lernen erst richtig an. Prüfungen ohne Ende. Nächte vor Hausarbeiten.
Es blieb relativ entspannt.

Ich erinnere mich noch ganz genau. Es war eine der ersten Vorlesungen. Und da hatte unser Professor uns gesagt:
Genießt eure Studienzeit. Danach beginnt der Ernst des Lebens. Wenn ihr erst einmal arbeitet, wird alles anders sein.

Mein Studium ist Vergangenheit.
Jetzt arbeite ich.
Und mein Leben ist immer noch relativ entspannt.

Die Leute werden euch immer wieder volllabern wie schwer das Leben werden wird, wenn ihr x geschafft habt und y und z auf euch zukommen.
Glaubt ihnen nicht. Sie lügen! Beziehungsweise lügen die meisten von ihnen. Einigen wenigen geht es tatsächlich schlechter als in der Lebensphase zuvor. Aber daran sind sie meist selbst schuld.

Ihr könnt euer Leben immer so gestalten, dass es relativ entspannt bleibt. Glaubt Menschen nicht, die das Gegenteil behaupten. Viele von ihnen sind Opfer unserer Leistungsgesellschaft. Sie sind Getriebene. Sie glauben, sie müssten Großartiges erreichen. Sie glauben, dass sie dafür Anerkennung erhalten werden. Ich sage nichts gegen harte Arbeit. Wenn man darin seine Erfüllung findet,
bitte sehr. Aber die meisten tun es um Anerkennung, Achtung und Beifall zu bekommen. Sie sind stolz darauf hart zu arbeiten und nie entspannt zu sein. Das hast du toll gemacht! Du bist ja ein richtiges Arbeitstier! Am Ende des Lebens wird aber keiner sagen „Hey, das hast du aber wirklich toll gemacht. Klasse, dass du jeden Tag 12 Stunden gearbeitet hast. Schade, dass du jetzt gehen musst.“
Niemanden wird es einen Dreck interessieren. Keiner wird stolz darauf sein. Und die meisten werden auch nicht stolz auf sich selbst sein. Zu den Dingen, die Sterbende am meisten bereuen, gehört auch folgendes:
„Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“ (The Top Five Regrets of the Dying: A Life Transformed by the Dearly Departing – Bronnie Ware) Sobald ihr stirbt, wird alles, was ihr erreicht habt, ohnehin nichtig sein, spätestens dann, wenn es die Menschheit nicht mehr gibt.

Wer den Blog verfolgt, der weiß, dass ich immer mal wieder für Willenskraft usw. plädiere. Auf Pick Up bezogen spreche ich immer wieder von „harter Arbeit“. Letztlich laber ich euch aber genauso voll, wie viele andere mich im Laufe meines Lebens vollgelabert haben. Wenn ich schreibe, dass Pick Up „harte Arbeit“ ist, dann habe ich allzu oft nur das gesamte Bild vor Augen. Wenn ich mir die miserablen Quoten vor Augen führe, dann wirkt PU nun mal nicht sehr angenehm und entspannt. Die Wahrheit ist aber, dass für mich und auch für Schweiger PU mittlerweile etwas sehr entspanntes ist.
Wenn wir uns zum Daygame treffen, dann ist das wie Erholung. Andere Menschen gehen Tennis spielen, wir sprechen Frauen an. Für uns spielt es dabei keine Rolle, dass wir dabei 100 Frauen ansprechen um am Ende mit einer davon Sex zu haben. Das ist für uns irrelevant.

Ja, aller Anfang kann schwer sein. Das gilt mit Sicherheit auch für jede neue Lebensphase. Und jede Phase hat ihre Vor- und Nachteile, aber ihr könnt sie so gestalten, wie ihr es euch wünscht.

ID-100397063
Image courtesy of Sira Anamwong / FreeDigitalPhotos.net

Hört
nicht
auf
die
anderen.

– liefner

Dieser Beitrag wurde unter Leben veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

20 Gedanken zu “Lasst euch nicht volllabern!

  1. Das Buch soll gut sein, hab’s bestellt. Kannst du noch paar buchempfellungen rausgeben? Vllt als nächsten Beitrag hattest doch da mal so ne Serie

  2. Ich freue mich immer, wenn du einen neuen beitrag schreibst. du reflektierst so schön über dich selbst und das leben allgemein. aber bitte mach es regelmäßiger, wie „früher“ (gute alte zeit und so bla bla :P)😀

  3. nochwas inhaltlich:
    die kernaussage erinnert mich an den post „du bist nicht deine gefühle“, man ist auch nicht das opfer seiner gefühle und hat gewisse einflussmöglichkeiten.
    in diesem post sagst du: „du kannst leben, wie du es willst“.
    ich stimme dem zu. man hat es selbst in der hand, wie das eigene leben ist. entspannt, aufregend, oder auch langweilig. jeder ist selbst verantwortlich, jeder kann es selbst entscheiden und ggf ändern.
    sicherlich gibt es externe einflüsse, aber dennoch ist man der regiseur.
    wie hermann scherer schon sagte, „man lebt JETZT schon, wie man will“: man hatte in jeder sekunde in der vergangenheit entscheidungsfreiheit. Und die getroffenen entscheidungen haben einen in die jetztige situation geführt. dessen sollte man sich bewusst sein. und wenn man „eigentlich“ anders leben möchte, sollte man sich in diese richtung bewegen…🙂

  4. jeder wie er mag liefner. aber so aus eigener sicht. mit grundschule, abi, uni geb ich dir recht. aber dannach sieht es anders aus. wenn du wirklich was erreichen willst, dann hast nach dem studium wenig zeit. bzw. ist eben ein trade off. klar, gehts in ne 0815 firma, dann gehts auch so weiter. willst aber im leben wirklcih was erreichen, dann steigert sich das arbeitsaufkommen massiv nach dem studium.

    • ja merke es iwie bei meinem bro. der will millionär werden. 80 Std Woche ist da normal.
      ist aber auch übelst gereizt deswegen immer im stress kaum freizeit und sogar da geht er noch zum sport.

  5. wobei ich auch freunde hab die gut geld verdienen und wirklich kaum dafür arbeiten. wahrscheinlich schütteln viele jetzt die köpfe aber ich denke es ist auch irgendwo schicksal. manche müssen hart dafür hustlen andere kriegen es auch ohne allzu harte arbeit auf die kette. harte arbeit und trotzdem schlechte ergebnisse gibt es auch. kann mich zum beispiel an paar fälle erinnern wo einer in der schule übelst fleißig war sie dauernd gemeldet hat und angeblich auch daheim viel gelernt hat. die prüfungen wurden trotzdem nicht geschafft. ich habe in der schule und ausbildung fast nicht gelernt beides trotzdem geschafft. hmmm….

  6. oli,
    was kannst du in Sachen Karriere für Tipps geben? Habe immer das Gefühl, dass man als Arbeitnehmer ohnehin keinen Reichtum anhäufen wird.
    Bist du Selbstständig? Wie sah es mit verfügbaren Arbeitsplätzen in deiner Branche aus, als du mit dem Studium fertig warst?

    • karrieretipps kann ich nicht geben. das hängt einfach auch von deinem typus ab.
      aber klar, reich wirst nur als unternhemer ( ein alter hut )
      dazu musst aber auch die vorraussetzungen und den willen haben.

      ich rate 99% davon ab btw. für die meisten ist studum, guter job sinnvoller.

      und ja, ich bin selbstständig. mache im prinzip genau das gleiche wie alex fischer. ankauf alter altbauten, saneirung, vermietung usw…

    • Zähne zusammenbeißen und machen!
      Beim ersten mal kommts dir komisch vor, beim zweiten mal weniger komisch und irgendwann musst du dich zusammenreißen, dass du in Sachen eskalieren nicht gleich übertreibst, weil du so routiniert bist.
      Als Kind dachtest du auch mal ohne Stützräder schaffst dus nie und jetzt kannst dus dir nicht mehr mit vorstellen.
      Also einfach überwinden Schritt für Schritt und 2, 3 Wochen später denkst du garnicht mehr drüber nach

  7. Vielen Dank für eure Tipps zur Eskalationsangst. Ich denke bei mir ist es so: Ich musste immer Angst haben meinen Vater etwas zu fragen und bekam Ärger. Mittlerweile habe ich Ängste Leute etwas zu fragen wenn ich nicht hundert Prozent weiß ob sie es will. Sie dahin einfach zu führen ist fast undenkbar. Die Ansprechangst konnte ich überwinden aber die Eskalationsangst bleibt bestehen. Mit Alkohol klappt das alles gut. Wenn der Kopf aus ist. Aber ohne ist es undenkbar. Ansprechen und Frauen halten klappt gut. Küssen oft auch es geht vor allem ums mit nach Hause nehmen. Gerade am Freitag war ich mir bei einer so sicher, habe sie geküsst und habe mich nicht getraut sie mit zu mir zu nehmen

    • als ich das das erste mal stocknüchtern im Club eine Frau gefragt habe, ist mir der Satz auch so schwer über die Lippen gekommen. Aber glaub mir 2 Wochenenenden später war die Frage für mich so selbstverständlich wie ein „Hi, wie gehts?“. Das fühlt sich nur bei den ersten 1, 2 mal strange an, ehrlich.
      und auch wenn sie keine Lust haben, ist die Reaktion der Frauen garnicht schlimm. Wenn sie nicht wollen, sagen die zu mir in 90% der Fällen einfach „Nein danke“.

        • meistens was in die Richtung:
          finds nicht mehr cool hier, fahr jetzt heim. kommst du mit?

          wenn das nein von ihr eher zögerlich ist, kannst du probieren noch bisschen dran bleiben und später noch 1, 2x fragen. Am effizientesten ist es wahrscheinlich sie in der Zwischenzeit dann abzufüllen, wobei ich das nie mache, weil ich selbst nichts trinke.
          Da ist oli Experte haha

          Aber im Endeffekt kommt die schon mit, wenn sie geil auf dich ist und es ihre Mentalität zu lässt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s